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Berlin Lexikon – Wunderkiste

Spätestens, wenn eigene Töchter, Nichten oder Nachbarsmädchen mit ihrer ersten B. spielen, entflammt auch bei der Müttergeneration wieder die alte Liebe zur pädagogisch unkorrekten Plastikpuppe mit der Wespentaille. So erging es jedefalls der Berliner Grafikdesignerin Dilek Turan, als in ihrem familiären Umfeld Barbies neu in Erscheinung traten. Doch anders als zur Kinderzeit war ihr Blick auf das vom Herstelller produzierte Puppen-Equipment, die Autos und Möbel in Pink und Plastik, deutlicher: total hässlich, befand die Designerin. Weshalb sie mit der so genannten Wunderkiste vor kurzem ein eigenes Puppen-Accessoire entwarf. Ihr aus Karton gefertigter, transportabler Spielzeugschrank bringt mit seinen drei Kleider- und Kleinteileabteilungen nebst dem B.-Aufbewahrungsfach nicht nur Ordnung ins Puppenspiel. Das innen wie außen mit kostbaren, traditionell bedruckten italienischen Papieren beklebte Behältnis umgibt die Plastikpuppe auch mit einem ungewohnten, edlen Flair.

Eva Apraku

Tip | Ausgabe 16, August 2006